Klimawandel
Der Begriff Klimawandel bezieht sich auf die Veränderungen der Eigenschaften des globalen Klimas über lange Zeiträume (Jahrzehnte, Jahrhunderte, Jahrtausende). Gegenwärtig bezeichnet dieser Begriff die fortschreitende Erderwärmung, also den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur, welche seit der vorindustriellen Zeit (Mitte des 19. Jahrhunderts) bis heute beobachtet wird.
Folgen
Die Folgen des Klimawandels sind nur teilweise bekannt und betreffen sowohl natürliche Phänomene als auch menschliche Aktivitäten. Höhere Temperaturen beschleunigen beispielsweise das Schmelzen von Gletschern und Permafrostböden, erhöhen die Intensität und Häufigkeit von Hitzewellen und das Risiko von Wasserknappheit und könnten zu einem Anstieg des Meeresspiegels führen. Darüber hinaus kann ein wärmeres Klima die Häufigkeit und Ausbreitung von Extremereignissen wie sintflutartige Regenfälle oder Stürme erhöhen. Zu diesen Folgen kommen mögliche indirekte Auswirkungen wie die weltweite Migration und schwerwiegende Ungleichgewichte in den Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren hinzu.
Auf der Seite Permafrost finden Sie weitere Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen und in Südtirol.
Mögliche Lösungen
Die möglichen Lösungen umfassen sowohl Maßnahmen zur Minderung als auch Pläne zur Anpassung an den Klimawandel. Die Maßnahmen zur Minderung zielen auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen durch die Einführung gezielter Reduktionsmaßnahmen in verschiedenen Sektoren wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft. Anpassung bedeutet, den stattfindenden Klimawandel in allen Sektoren zu berücksichtigen und Strategien einzuführen, welche die möglichen wirtschaftlichen, politischen und sozioökologischen Auswirkungen eindämmen sollen. Beispiele dafür sind Zivilschutzpläne für bestehende Siedlungen, Informationskampagnen zur Bewusstseinsbildung und ein verbessertes Risikomanagement für Naturgefahren.
Es gibt auch vielseitige naturbasierte Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel, bei denen die Fähigkeit der Ökosysteme genutzt wird, die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Klimawandels zu verringern. Gute Beispiele hierfür sind die Ausweisung und Erhaltung von Schutzwäldern, die Renaturierung von Wasserläufen, der Schutz und die Wiederherstellung der Wasseraufnahmefähigkeit von Böden, die Schaffung von innerstädtischen Grünflächen und die Anlage von Gründächern und begrünten Wänden. Mit diesen Lösungen lassen sich zahlreiche positive Nebeneffekte erzielen. Dazu zählen die Bindung von Kohlenstoff, der Schutz und die Wiederherstellung der Artenvielfalt, die Verbesserung der Luftqualität und des Mikroklimas sowie die Eröffnung von neuen Möglichkeiten für Freizeit und Tourismus.
In Südtirol
Seit den 1960er Jahren bis heute ist die Jahresdurchschnittstemperatur um 1,5 Grad gestiegen. Im Sommer ist es in Bozen und Brixen sogar um drei Grad wärmer geworden. Im Extremfall wird für die Sommermonate bis zum Jahr 2050 mit einer weiteren Erwärmung um 1,5 Grad gerechnet, und bis 2100 mit einem Anstieg um fünf Grad. In gleicher Weise nehmen auch die sogenannten Tropennächte zu, in denen die Temperatur auch nachts nicht unter 20°C fällt.
Bei den Niederschlägen gibt es derzeit keine eindeutigen Trends. Die Experten sind sich aber einig, dass die Tendenz zu immer heißeren und trockeneren Sommern und milderen und feuchteren Wintern mit mehr Starkregenereignissen geht.
Der Temperaturanstieg wirkt sich nicht nur auf die Gletscher aus, deren Oberfläche sich in Südtirol seit den 1980er Jahren bis heute um 30% verringert hat, sondern auch auf den Permafrost also den ständig gefrorenen Boden, der zunehmend auftaut. In der Folge werden große Teile des Landes vermehrt instabil und anfälliger für Rutschungen und Steinschläge [EURAC, Climate Report, 2018]. Eurac Research bietet E-Learning-Kurse an, darunter zum Beispiel einen speziellen Kurs über den Klimawandel.
In Südtirol wurden einige innovative Projekte zur Eindämmung des Klimawandels ins Leben gerufen, wie zum Beispiel:
- der Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klimaschutz (SECAP), ausgearbeitet von der Gemeinde Meran mit Unterstützung des Instituts für Erdbeobachtung der Eurac Research).
- der Bozner Aktionsplan für nachhaltige Energie (APNE). Mit dem Beitritt zum Bürgermeisterkonvent verpflichtete sich Bozen gemeinsam mit vielen anderen Gemeinden, Städten und Regionen Europas, freiwillig, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 20% zu reduzieren.
- der Klima- und Energieplan - Südtirol 2050 zielt auf die Umsetzung einer nachhaltigen Energiepolitik ab. Südtirol will seine CO2-Emissionen bis 2020 auf weniger als 4 Tonnen pro Jahr und pro Kopf und bis spätestens 2050 auf weniger als 1,5 Tonnen pro Jahr senken.
- Klimarisiken und Anpassung - Wege zu einem klimaresilienten Südtirol (hier die Kurzfassung), in der die möglichen Klimafolgen und Klimarisiken sowie deren Ursachen für Südtirol für neun Sektoren untersucht werden und schlägt Strategien und Maßnahmenbündel für eine notwendige Klimaanpassung vor.
Wie verändert sich das Klima in Südtirol und welche Folgen hat dies?
Im Video stellt EURAC research die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien vor, die sich auf die Veränderungen des Klimas in Südtirol und dessen Folgen auf die Umwelt, die Wirtschaft und das soziale Leben konzentrieren.
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Letzte Aktualisierung: 18/12/2025