Überschwemmungen
Das Etschtal war im Laufe der der Geschichte schon oft Schauplatz großer Überschwemmungen. Der Dammbruch in Salurn im Jahr 1981 war das letzte große Ereignis mit schwerwiegenden Folgen.
Von einer Überschwemmung spricht man, wenn ein Wasserlauf nach besonders starken oder lang anhaltenden Regenfällen überläuft, die umliegenden Gebiete überschwemmt und dabei oft Sedimente und Schwemmholz ablagert.
Überschwemmungen können unterschieden werden in:
- Flussüberschwemmungen beziehen sich auf das Überlaufen von Wasserläufen mit geringem Gefälle (< 1,5 %). Diese Phänomene sind typisch für das Etschtal und für flache Talböden wie das Sterzinger Becken oder das Tauferer Tal. In diesen Fällen besteht die Sedimentfracht fast ausschließlich aus feinkörnigem Material (Schwebstofftransport).
- Wildbachüberschwemmungen sind typisch für Fließgewässer mit großem Gefälle (1,5 % - 15 %), wie z. B. der Passer, dem Suldenbach oder dem Grödner Bach und deren Zuflüsse. Sie zeichnet sich durch hohe Fließgeschwindigkeiten aus und kann zudem große Mengen an grobkörnigem Material transportieren (Geschiebetransport).
- Urbane Überschwemmungen treten in bebauten Gebieten nach meist kurzen und intensiven Regenereignissen, wie z. B. Wolkenbrüchen, auf. Bei solchen Ereignissen sind die städtischen Entwässerungsnetze nicht in der Lage, den Abfluss abzuleiten. Die Folgen sind Überschwemmungen vor allem von tiefer gelegenen Flächen, wie Kellern und Unterführungen. Die Häufigkeit von Überschwemmungen in Siedlungsbereichen nimmt aufgrund der fortschreitenden Bodenversiegelung und dem häufigeren Auftreten von Starkregenereignissen zu, was eine mögliche Folge des Klimawandels ist.
Überschwemmungen werden häufig von einer Erosion des Flussbettes begleitet. Dabei kann unterschieden werden in:
- Bachbetterosion;
- Seiten- oder Ufererosion.
Letztere verursacht oft erhebliche Schäden an Siedlungen und Infrastrukturen.
Hochwasserereignis der Etsch bei Sigmundskron, 2020
Beispiele von Überschwemmungen
Mehr zu diesem Thema
Die Untersuchung vergangener Überschwemmungsereignisse ermöglicht es, die Kenntnisse lokaler Gegebenheiten zu vertiefen und in der Folge gezielte Schutzmaßnahmen planen und durchführen zu können. Für weitere Informationen siehe:
- der Ereigniskataster ED30 gewährt Einsicht in die Überschwemmungsereignisse, von denen das Landesgebiet in der Vergangenheit betroffen war;
- die Kataster der Schutzbauwerke ermöglichen es den zuständigen Behörden, Instandhaltungsarbeiten sowie Monitoringaktivitäten durchzuführen und neue Eingriffe zu planen. Informationen aus den Katastern der Schutzbauwerke sind zudem von grundlegender Bedeutung für die Beurteilung der hydrogeologischen Gefahren. Die Daten der Schutzbautenkataster werden fortlaufend aktualisiert und können im Hazard Browser eingesehen werden;
- den Abschnitt zur Revitalisierung der Fließgewässer in Südtirol.
Ereigniskataster ED30
Schutzbauwerke
Hochwasserschutz durch Revitalisierungsmaßnahmen
Was ist im Falle einer Überschwemmung zu tun
Rufen sie die Seite des Zivilschutzes auf.
Kontakte
Agentur für Bevölkerungsschutz
Drususallee 11639100 Bozen
Autonome Provinz Bozen - Südtirol
Tel. +39 0471 41 60 00














