Der Borkenkäfer
Borix, der Borkenkäfer, ist da!
Borix ist ein neues Büchlein, das Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 9 und 12 Jahren, den Lauf der Natur und die Auswirkungen der rasante Ausbreitung des Borkenkäfers näherbringt.
Lesen Sie das Büchlein online oder laden Sie es hier herunter.
...auch in Ladinisch (pdf) und Badiot (pdf)
Aber jetzt: viel Spaß mit Borix!
Borkenkäfer sind die wichtigsten Forstschädlinge. Der Buchdrucker (Ips typographus) befällt bevorzugt Fichten und kann bei starkem Befall zu deren Absterben führen. Dabei wird der Saftfluss, d.h. die Nährstoffversorgung von den Nadeln zu den Wurzeln unterbrochen. Normalerweise befällt der Buchdrucker einzelne und geschwächte Bäume. Gesunde und vitale Bäume schaffen es den Schädling durch vermehrte Harzproduktion erfolgreich abzuwehren.
Bei idealen Bedingungen kann es jedoch zu einer Massenvermehrung kommen, welche hauptsächlich auf folgende Gründe zurückzuführen sind:
- ein reichhaltiges Nahrungsangebot, z. B. nicht aufgearbeitetes Schadholz nach Ereignissen wie Windwurf oder Schneedruck. Das Sturmereignis VAIA im Oktober 2018 und die Schneedruckereignisse in den darauffolgenden Jahren 2019 und 2020 hinterließen in Südtirols Wäldern enorm viel Schadholz.
- Günstige klimatische Bedingungen für die Entwicklung des Schadinsekts, insbesondere warme Witterung und geringe Niederschläge.
Die außerordentlichen Ereignisse der letzten Jahre haben in Südtirols Wäldern landesweit zu idealen Bedingungen für eine Massenvermehrung des Borkenkäfers geführt.
Einführungsvideo
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Förderungen und Unterstützungen
Unsere DiensteHäufig gestellte Fragen und Antworten zum Borkenkäfer-Befall
Welche Bäume sind prioritär zu entnehmen und welche Borkenkäfer-Bäume sollen stehen gelassen werden?
Prioritär geschlägert und aus dem Wald gebracht werden müssen rot-braun gefärbte Fichten. In ihnen überwintern vermutlich Borkenkäfer und sobald die Temperaturen steigen, fliegen sie wieder aus. Grau gewordene Bäume hingegen waren vom Borkenkäfer befallen, bieten dem Schädling aber nun keine Lebensbedingungen mehr. Für den Abtransport dieser Bäume besteht keine Dringlichkeit. Im Gegenteil, sie können an Schutzwaldstandorten eine wichtige schutztechnische Funktion innehaben, weshalb auch individuell bewertet wird, ob abgestorbene Bäume bewusst stehen gelassen werden. In Kombination mit Querfällung und hoher Abstockung kann eine effiziente Schutzwirkung aufrechterhalten werden.
Indem die Käfer das Gangsystem in das Holz bohren, infizieren sie es mit einem Pilz, den sie passiv mitschleppen und den sie für die Vorverdauung des Nahrungssubstrates brauchen. Der Pilz kolonisiert die Reservezellen des Holzes und verarbeitet hauptsächlich Stärke und andere Mehrfachzucker (Polysaccharide). Genau diese Infektion verursacht die blaue Verfärbung der äußersten Holzschicht des Stammes, im Fachjargon Splintholz. Doch es ist ein Mythos, dass das Holz borkenkäferbefallener Bäume ein Rohstoff minderer Qualität ist. Im Gegenteil: Käferholz verfügt über nahezu identische Eigenschaften wie herkömmliches Schnittholz und ist als Material im Holzbau uneingeschränkt zulässig.
Bei einem flächigen Borkenkäfer-Befall gilt es zu bewerten, ob es sich um Wälder handelt, die eine Schutzfunktion innehaben. Bei Objektschutzwäldern, also Wäldern, die direkt Objekte und Infrastrukturen vor Naturgefahren, wie Lawinen, Steinschlag und Hochwasser schützen, sind flächige Entnahmen von Käferholz grundsätzlich zu unterlassen. Holzentnahme darf in solchen Fällen nur aus dringenden schutztechnischen Gründen erfolgen, wenn z.B. gefährliche, instabile Bäume sich oberhalb einer Straße befinden. Die entnommenen Bäume sind in diesem Fall möglichst hoch abzustocken. Die Situationen sollten immer vor Ort gemeinsam mit der Forstbehörde individuell bewertet werden.
Die Abteilung Forstwirtschaft führt keine „präventive Holzauszeige“ von gesunden Bäumen durch, die in Zukunft vom Borkenkäfer befallen werden könnten. Eine solche Maßnahme hat keinen Sinn, da es nicht möglich ist, das Borkenkäferverhalten vorauszuahnen. Außerdem bremst die Entnahme von gesunden Bäumen den Borkenkäferbefall anderer Bäume nicht ein.
Es ist darauf zu achten, dass so wenig bruttaugliches Material wie möglich im Wald belassen wird. Schadholz durch Windwurf oder Schneedruck sowie Borkenkäferbefall auch bei Einzelbäumen muss so rasch wie möglich aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden.
Pflanzenschutzmittel sind in Südtirol grundsätzlich im Wald nicht erlaubt; das einzusetzende Mittel würde nicht nur den Borkenkäfer schädigen, sondern alle Insekten, auch die Bestäuber. Zudem müsste der Baum vom Fuß bis zur Krone mit der Spritzbrühe eingesprüht werden, was in der Praxis nicht umsetzbar ist. Die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg wäre zudem gering: Borkenkäfer fliegen etwa einen Tag lang auf Wirtssuche durch den Wald, dann dringen sie unter die Borke (Rinde) ein – dort werden sie vom Wirkstoff nicht mehr erreicht. In einigen mitteleuropäischen Ländern wurden Pflanzenschutzmittel im Ausnahmefall bei Holzlagern im Wald verwendet; davon haben dann in den letzten Jahren die meisten Länder Abstand genommen.
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